Website Relaunch

Ein Relaunch ist die umfassende Erneuerung einer bestehenden Website, die oft eine Überarbeitung von Design, Technologie und Content-Strategie beinhaltet.

Was ist ein Website Relaunch?

Ein Relaunch ist die umfassende Erneuerung einer bestehenden Website. In der Praxis betrifft das meist mehrere Ebenen gleichzeitig:

  • Design und Informationsarchitektur
  • Technik (CMS, Framework, Hosting, Performance)
  • Inhalte (Struktur, Texte, Medien, interne Verlinkung)
  • Messbarkeit (Analytics, Tracking, Consent)
  • SEO (Indexierung, Weiterleitungen, Snippets, interne Signale)

Ein Relaunch ist damit kein reines „Redesign“, sondern ein Projekt, das Sichtbarkeit und Umsatz direkt beeinflussen kann.

Wann ist ein Relaunch sinnvoll?

Typische Auslöser:

  • Website ist technisch veraltet oder schwer wartbar
  • Ladezeiten und Core Web Vitals sind schwach
  • mobile Darstellung ist unzureichend
  • Inhalte sind unklar, redundant oder nicht mehr aktuell
  • die Seite generiert zu wenige Leads oder Verkäufe
  • SEO-Struktur passt nicht mehr zur Strategie (Leistungen, Standorte, Themencluster)
  • Rebranding oder neue Positionierung

Ziele eines Relaunchs richtig definieren

Ein Relaunch sollte messbare Ziele haben, sonst wird er schnell zu „neues Design ohne Wirkung“.

Beispiele für klare Ziele:

  • mehr qualifizierte Anfragen über bestimmte Seiten
  • bessere Sichtbarkeit für definierte Keyword-Cluster
  • schnellere Ladezeiten (Core Web Vitals)
  • weniger Pflegeaufwand für Inhalte
  • bessere Conversion-Rate im Checkout oder Formular

Phasen eines Relaunchs

1) Analyse und Planung

  • Ist-Analyse: Inhalte, Rankings, Seitenstruktur, Technik
  • Zielgruppen und Use Cases klären
  • Informationsarchitektur: Navigationsstruktur und Seitenhierarchie
  • Content-Plan: was bleibt, was wird neu, was wird entfernt

2) Konzept und Design

  • Wireframes und Nutzerführung
  • visuelles Design und Komponenten
  • Barrierefreiheit von Anfang an mitdenken (Kontraste, Fokus, Tastatur)

3) Entwicklung

  • Setup von CMS oder Framework
  • Templates, Komponenten, Performance-Basics
  • saubere Content-Modelle (wichtig für Skalierung)

4) Content Migration

  • Inhalte übernehmen und verbessern
  • Medien optimieren (Bilder, Alt-Texte, Formate)
  • interne Links aktualisieren
  • strukturierte Daten prüfen (wenn vorhanden)

5) SEO- und Tracking-Setup

  • Redirects, Indexing, Canonicals, sitemaps
  • Analytics, Consent, Conversion Tracking

6) QA und Launch

  • technische Tests (404, Redirects, mobile, Browser)
  • Pagespeed Checks
  • Launch-Plan und Monitoring

SEO beim Relaunch: die entscheidenden Punkte

URL-Änderungen sind der größte Risikofaktor

Wenn URLs geändert oder entfernt werden, braucht es fast immer 301-Weiterleitungen. Ziel ist:

  • jede alte URL führt auf die passende neue URL
  • keine Ketten (A -> B -> C), sondern direkt (A -> C)
  • keine Massenweiterleitung auf die Startseite

Redirect-Mapping als Pflicht

Erstellen Sie eine Redirect-Liste, in der jede alte URL einem neuen Ziel zugeordnet ist.

Beispielstruktur (Tabelle):

Alte URLNeue URLStatus
/leistungen/webdesign-alt//webdesign/301
/blog/seo-tipps-2021//blog/seo-tipps/301
/kontakt-alt//kontakt/301

Inhalte nicht einfach „löschen“

Wenn Seiten Traffic oder Rankings haben:

  • Inhalte übernehmen und verbessern
  • oder auf eine inhaltlich passende Seite weiterleiten
  • oder bewusst entfernen, aber dann Rankingverlust einkalkulieren

Interne Verlinkung neu denken

Ein Relaunch ist die beste Gelegenheit, interne Verlinkung sauber aufzubauen:

  • klare Hub-Seiten (Leistungen, Themen, Standorte)
  • passende Glossar- und Blog-Verlinkungen
  • konsistente Anchor-Texte ohne „hier klicken“

Title und Meta Descriptions aktualisieren

Viele Relaunches verlieren Rankings, weil:

  • Title zu generisch sind
  • alte Meta Daten nicht übernommen werden
  • mehrere Seiten denselben Title bekommen

Technische Checks vor dem Go-live

  • robots.txt erlaubt Crawling
  • keine versehentlichen noindex Tags
  • Canonicals korrekt
  • sitemap.xml aktuell und erreichbar
  • 404-Seiten geprüft (insbesondere alte Top-URLs)
  • Weiterleitungen geprüft (Statuscodes, Zielseiten)
  • HTTPS, HSTS, Mixed Content
  • Core Web Vitals und echte Ladezeiten

Tracking und Messbarkeit: häufig unterschätzt

Nach einem Relaunch ist Tracking oft „kaputt“, weil sich IDs, Events oder DOM-Strukturen ändern.

Prüfen:

  • GA4 oder alternative Analytics laufen
  • Conversions funktionieren (Formular, Call, Checkout)
  • Consent steuert Tags korrekt
  • UTM Tracking wird nicht zerstört
  • Server Logs und Fehlertracking sind aktiv (wenn genutzt)

Typische Fehler bei Relaunch-Projekten

  • Redirects zu spät geplant oder unvollständig
  • wichtige Seiten verschwinden ohne Ersatz
  • mehrere Seiten konkurrieren auf dieselben Keywords
  • neue Navigation ist hübsch, aber unlogisch
  • Page Builder oder Plugins machen die Seite langsam
  • Launch ohne QA, ohne Monitoring, ohne Fallback-Plan
  • interne Links zeigen auf alte URLs oder erzeugen 404

Relaunch Checkliste (einfach)

  • Ziele und Erfolgskriterien definiert
  • Bestandsaufnahme: Top-Seiten, Rankings, Traffic, Leads
  • neue Seitenstruktur steht und ist nachvollziehbar
  • Content ist migriert, verbessert und intern verlinkt
  • Redirect Mapping ist vollständig und getestet
  • robots, sitemap, canonical, noindex geprüft
  • Tracking und Conversions getestet
  • Pagespeed und Core Web Vitals geprüft
  • Monitoring nach Launch geplant (GSC, Analytics, 404 Reports)

Fazit

Ein Relaunch ist eine Chance, Design, Technik und Content wirklich zu verbessern. Der größte Hebel und gleichzeitig das größte Risiko liegt im SEO-Teil: saubere Redirects, klare Struktur, stabile Indexierung und funktionierendes Tracking. Wenn diese Punkte sitzen, kann ein Relaunch nicht nur „neu aussehen“, sondern messbar besser performen.

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