Figma Make bezeichnet die integrierten KI- und Automationsfunktionen innerhalb von Figma, die darauf abzielen, wiederkehrende Design- und Prototyping-Aufgaben zu beschleunigen und kreative Workflows zu erweitern. Diese Werkzeuge reichen von intelligenter Inhaltsgenerierung über Layout-Vorschläge bis hin zur Automatisierung komplexer Aktionen. Während Tools wie Canva KI primär für die schnelle Grafikgenerierung nutzen, integriert Figma Make KI gezielt in den professionellen Designprozess, um systematische Arbeit zu erleichtern – ein wichtiger Aspekt im Vergleich der beiden Plattformen.
Die Vision hinter Figma Make: Von Automatisierung zu Augmentation
Mehr als nur KI-Generierung
“Make” umfasst ein Spektrum an Funktionen, das über reine Text- oder Bildgenerierung hinausgeht. Die Kernidee ist die Augmentation: Designer sollen von repetitiven, zeitaufwändigen Aufgaben entlastet werden, um sich auf höherwertige Probleme wie Nutzererfahrung, Strategie und kreative Richtung zu konzentrieren.
Integration in den etablierten Workflow
Im Gegensatz zu externen KI-Tools sind Make-Funktionen direkt in die Figma-Oberfläche eingebettet. Sie wirken als natürliche Erweiterung bestehender Werkzeuge und Prozesse, wie dem Arbeiten mit Components in Figma oder Auto Layout in Figma, und stören den etablierten Flow nicht.
Kernfunktionen und Anwendungsbeispiele
1. Intelligente Inhaltsgenerierung und Auffüllung
- Text-Generierung: Designer können einen Platzhaltertext markieren und per Kontextmenü realistischen, themenbezogenen “Lorem Ipsum”-Text generieren lassen (z.B. Produktbeschreibungen, Nutzerkommentare, Blog-Titel).
- Bild-Vorschläge: Für Platzhalterbilder schlägt Make lizenzfreie, thematisch passende Bilder aus integrierten Datenbanken oder per KI-Generierung vor.
- Praktischer Nutzen: Dies beschleunigt das Erstellen realistischer Prototypen und Mockups enorm, da nicht erst extern nach Dummy-Inhalten gesucht werden muss.
2. Layout-Vorschläge und -Optimierung
- Automatisches Layouting: Bei Auswahl mehrerer unsortierter Elemente kann Make Vorschläge unterbreiten, wie diese in einem strukturierten, ästhetischen Auto Layout in Figma-Container angeordnet werden könnten.
- Design-Varianten: Für ausgewählte Komponenten oder Gruppen kann Make alternative visuelle Stile (Farbkombinationen, Anordnungen) vorschlagen, um die kreative Exploration zu beschleunigen.
- Prototyping-Automatisierung: Einfache Interaktionen zwischen Frames können automatisch erstellt oder vorgeschlagen werden.
3. Code- und Asset-Erzeugung
- KI-unterstützter Dev Mode: Make kann Entwicklern im Dev Mode in Figma helfen, Code-Snippets zu erklären oder zu optimieren.
- Icon-Generierung: Einfache, maßgeschneiderte Icons können direkt im Tool basierend auf einer Textbeschreibung generiert werden, anstatt in einer Bibliothek gesucht werden zu müssen.
Make im Kontext professioneller Design-Systeme
Skalierung von Design-System-Arbeit
Make wird besonders mächtig, wenn es mit den strukturellen Elementen von Figma interagiert:
- Variablen und Make: Stellen Sie sich vor, Sie ändern eine Figma Variable für den Primärfarbton. Make könnte darauf aufbauend automatisch eine Palette harmonischer Begleitfarben vorschlagen.
- Komponenten-Varianten erstellen: Basierend auf einer Basis-Komponente könnte Make helfen, eine Reihe logischer Figma Variants (disabled, error, success) durch intelligente Anpassungen von Farbe und Text zu generieren.
- Design-Token-Generierung: Automatische Extraktion und Strukturierung von Styles und Variablen in eine für Entwickler konsumierbare Form.
Vergleich mit Canvas KI-Ansatz
| Aspekt | Figma Make | Canvas KI (Magic Studio) |
|---|---|---|
| Integration | Tief in Design-Workflows (Layout, Prototyping, Systeme) | Fokus auf schnelle Content-Erstellung (Bild, Text, Design-Vorlagen) |
| Ziel | Augmentation des Designer-Workflows, Automatisierung von Systemarbeit | Demokratisierung der Erstellung für Nicht-Designer |
| Kontext | Arbeit mit existierenden Komponenten, Variablen und Layouts | Oft Start von einem leeren Canvas oder einer Vorlage |
| Output | Integration in laufende Projekte, Prototypen, Design-Systeme | Meist finales, einzelnes Grafik-Asset oder Dokument |
Praktische Tipps für die Nutzung von Make
1. Starten Sie mit repetitiven Aufgaben
Identifizieren Sie die mühsamsten, sich wiederholenden Aufgaben in Ihrem Workflow. Das Erstellen von Dummy-Inhalten für 50 Produktkarten? Das Anlegen von 10 Button-Varianten? Hier setzt Make am effektivsten an.
2. Nutzen Sie es als kreativen Sparringspartner
Verwenden Sie die Vorschlagsfunktionen nicht als endgültige Lösung, sondern als Inspiration. Lassen Sie sich fünf Layout-Varianten für ein Dashboard vorschlagen, um neue Perspektiven zu erhalten, die Sie dann manuell verfeinern.
3. Kombinieren Sie Make mit anderen Figma-Stärken
Die wahre Magie entsteht in der Kombination:
- Generieren Sie mit Make einen realistischen Satz von Blog-Karten.
- Wandeln Sie diese dann mit einem Klick in einen wiederverwendbaren Auto Layout in Figma-Container um.
- Speichern Sie das Ergebnis als Components in Figma mit entsprechenden Figma Variants.
4. Vom Brainstorming zur Automatisierung
Nutzen Sie FigJam, um in frühen Workshops Ideen zu sammeln, die später durch Make automatisiert oder beschleunigt werden können. Der Übergang von kreativen Sessions in FigJam zur effizienten Umsetzung mit Make schafft einen nahtlosen Workflow.
5. Bleiben Sie der Kurator
Die Verantwortung für Qualität und Konsistenz bleibt beim Designer. Nutzen Sie Make als leistungsstarken Assistenten, aber behalten Sie die finale kreative und systemische Kontrolle über das Ergebnis.
Zukunft und ethische Betrachtungen
Die Entwicklung von Make
Figma Make befindet sich in aktiver Entwicklung. Zukünftige Iterationen werden wahrscheinlich noch kontextbewusster agieren und tiefere Integrationen in Prototyping (vielleicht für Figma Slides) oder den Entwickler-Handoff bieten.
Der “Human-in-the-Loop”-Ansatz
Figma betont mit Make bewusst den “Human-in-the-Loop”-Ansatz. Die KI dient der Unterstützung, nicht dem Ersetzen des Designers. Dieser Ansatz sichert die kreative Kontrolle und vermeidet die Generierung generischer, unpersönlicher Designs – ein wichtiger Unterschied zu rein KI-getriebenen Grafikgeneratoren.
Fazit: Figma Make ist die logische Weiterentwicklung von Figma als intelligente Design-Plattform. Es geht nicht darum, Design zu automatisieren, sondern Designer zu befähigen, schneller zu iterieren, mehr zu explorieren und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Diese strategische Investition in KI als produktives Werkzeug innerhalb eines professionellen Ökosystems unterstreicht Figmas Führungsrolle und trägt maßgeblich zum anhaltenden Figma Buzz bei. Während andere Tools Design “demokratisieren” wollen, zielt Figma Make darauf ab, den professionellen Designer zu “amplifizieren” – ein zentraler Unterschied, der die Wahl des richtigen Tools für verschiedene Zwecke im umfassenden Vergleich auf unserem Blog bestimmt.